Ein Uhu kehrt zurück in die Freiheit: Einblicke in die Arbeit der Berufstierrettung

Mit wenigen Flügelschlägen hebt der Uhu ab und verschwindet über den Bäumen am Rheindamm. Für die Anwesenden ist dies ein besonderer Moment. Für die Mitarbeitenden der Berufstierrettung ist es der erfolgreiche Abschluss eines Einsatzes.
Einige Tage zuvor war die Eule verletzt und geschwächt aufgefunden worden. Nach einem Hinweis einer Bürgerin sicherte die Berufstierrettung das Tier und brachte es zur weiteren Versorgung in die Greifvogelstation nach Haßloch. Dort wurde der Uhu mehrere Tage gepflegt, bevor er nun wieder in seinen natürlichen Lebensraum entlassen werden konnte.
Der Uhu ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,80 Metern die größte heimische Eulenart Europas und steht unter besonderem Schutz. Nachdem seine Bestände in Deutschland zeitweise stark zurückgegangen waren, konnten sie sich durch gezielte Schutzprogramme vielerorts wieder erholen.
„Solche Momente zeigen, wie wichtig die Arbeit der Berufstierrettung für unsere Stadt ist“, betont Christina Eberle, Stadträtin und tierschutzpolitische Sprecherin. „Die Bürgerinnen und Bürger sehen hier das glückliche Ende einer Geschichte. Dahinter stehen jedoch Fachwissen, langjährige Erfahrung und sehr viel engagierte Arbeit.“
Im Auftrag der Stadt übernimmt die Berufstierrettung weit mehr als die Versorgung verletzter Wildtiere. Das Team rückt zu Notfällen aller Art aus, sichert entlaufene Haustiere, transportiert Fundtiere und führt behördlich angeordnete Sicherstellungen sowie Beschlagnahmungen durch. Darüber hinaus werden verletzte oder verwaiste Wildtiere geborgen und ihrer weiteren Versorgung zugeführt.
Wie umfangreich diese Aufgaben sind, zeigen die Zahlen: Im vergangenen Jahr absolvierte die Berufstierrettung rund 2.600 Einsätze, davon etwa 1.300 in Mannheim. Insgesamt hatten die Einsatzkräfte mit rund 4.500 Tieren zu tun. Zwischen 600 und 800 Tiere wurden dabei aus Fällen von Vernachlässigung oder Tierquälerei gerettet.
„Jeder Einsatz ist anders“, erklärt Berufstierretter Michael Sehr. „An einem Tag retten wir einen verletzten Uhu, am nächsten sichern wir ein entlaufenes Haustier oder unterstützen die Behörden bei einer Beschlagnahmung. Unser Ziel ist immer, den Tieren schnell und professionell zu helfen.“
Die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Polizei und Berufstierrettung hat sich über viele Jahre bewährt. Sie gewährleistet, dass Tiere in Notlagen rund um die Uhr kompetente Hilfe erhalten können.
Die erfolgreiche Auswilderung des Uhus zeigt beispielhaft, wie wichtig die schnelle und professionelle Hilfe für Tiere in Not ist. Dank des Hinweises aufmerksamer Bürgerinnen und Bürger sowie des Einsatzes der Berufstierrettung konnte das verletzte Tier wieder in seinen natürlichen Lebensraum zurückkehren.
Wenn Sie ein verletztes oder hilfloses Tier finden, wenden Sie sich bitte an die Leitstelle des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung unter der Telefonnummer 0621 293-2933.




