Ausgewogene Geschlechterrepräsentation bei städtischen Veranstaltungen in Mannheim

Der Gemeinderat beschließt:
Die Stadtverwaltung wird beauftragt,
- darzustellen, mit welchen organisatorischen Maßnahmen künftig sichergestellt werden kann, dass bei Veranstaltungen der Stadt Mannheim (z. B. Spatenstiche, Eröffnungen, Richtfeste, Einweihungen, Preisverleihungen oder städtische Kulturveranstaltungen) Frauen sichtbar und angemessen in repräsentativen Rollen beteiligt sind – insbesondere bei Redebeiträgen, Moderationen und symbolischen Handlungen.
- zu prüfen, wie dieses Ziel verbindlicher in die Veranstaltungsplanung der zuständigen Fachbereiche und Dienststellen integriert werden kann, und dem Gemeinderat entsprechende Vorschläge vorzulegen (z. B. Leitlinien, Checklisten oder interne Handlungsempfehlungen in Abstimmung mit der Gleichstellungsbeauftragten).
- darzustellen, nach welchen Kriterien aktuell die Auswahl von Rednerinnen und Rednern sowie weiteren Beteiligten bei städtischen Veranstaltungen erfolgt und wie dabei künftig eine ausgewogenere Geschlechterrepräsentation berücksichtigt werden kann.
Begründung
Wer bei Veranstaltungen sichtbar auftritt, prägt die öffentliche Wahrnehmung von Verantwortung und Repräsentation. Diese Sichtbarkeit hat auch eine wichtige Vorbildfunktion, insbesondere für junge Frauen und Mädchen, die sich in solchen Rollen wiederfinden und daran orientieren können. Daher ist es wichtig, auch bei Redebeiträgen, Moderationen und symbolischen Handlungen auf eine ausgewogene Beteiligung zu achten.
Dabei gibt es in Mannheim zahlreiche qualifizierte Frauen in Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft, die diese Rollen selbstverständlich übernehmen können – sie müssen jedoch konsequent mitgedacht und einbezogen werden.
Ziel des Antrags ist es nicht, starre Vorgaben zu machen, sondern die Sensibilität für dieses Thema bereits in der Planungsphase von Veranstaltungen zu stärken und praktikable Instrumente für die Fachbereiche zu entwickeln.
Eine bewusstere Auswahl von Rednerinnen, Moderatorinnen und weiteren sichtbaren Rollen – etwa auch bei symbolischen Handlungen – kann ohne großen Mehraufwand zu einer deutlich ausgewogeneren öffentlichen Repräsentation beitragen.
Die Fortschreibung der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene verpflichtet die Stadt Mannheim, Gleichstellung aktiv und sichtbar umzusetzen. Dazu gehört auch, diese Zielsetzung bei eigenen Veranstaltungen konsequent zu berücksichtigen und ein sichtbares Zeichen zu setzen.




