GRÜNE fordern mehr Tempo beim Bau von bezahlbarem Wohnraum | Grüne Fraktion Mannheim

GRÜNE fordern mehr Tempo beim Bau von bezahlbarem Wohnraum

Neue Studie belegt die Lücke im Wohnungsangebot

Eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt den großen Mangel an sozialem Wohnraum in deutschen Großstädten auf. Auch für Mannheim weißt die Studie eine erhebliche Versorgungslücke aus. Die Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die GRÜNEN fordert daher die konsequente Umsetzung des 12-Punkte-Programms.

„Studien der Hans-Böckler-Stiftung belegen zum wiederholten Male die Lücken auch im Mannheimer Wohnungsangebot. Bezahlbaren Wohnraum zu finden gleicht derzeit einem Glücksfall im Lotto. Es gilt also die 30 Prozent Quote und das 12-Punkte-Wohnbauprogramm konsequent und rasch umzusetzen. Wir wollen dabei aber auch auf Wohnqualität im Bau und im Wohnumfeld achten, die Warmmiete im Auge behalten und für soziale Durchmischung sorgen. Denn Wohnungsbau bei dem Menschen die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind, an den Rand gedrängt werden ist nicht akzeptabel und würde den Sprengstoff der Zukunft schaffen“, so Stadtrat Gerhard Fontagnier, wohnungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion.

In der aktuellen und umfangreichen Studie „Wie viele und welche Wohnungen fehlen in deutschen Großstädten“ werden die sozialen Versorgungslücken nach Einkommen und Wohnungsgröße mehr als deutlich aufgezeigt. Dabei fehlen in den 77 deutschen Großstädten 1,9 Mio. bezahlbare Wohnungen – davon etwa 1,4 Mio. günstige Apartments unter 45 m² für Einpersonenhaushalte. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie. Demnach besteht ein besonders großer Mangel an bezahlbarem Wohnraum gemessen an den finanziellen Möglichkeiten der lokalen Bevölkerung.

In Mannheim ist dabei der Anteil der Wohnungssuchenden die über weniger als 60 Prozent des Bundesmedianeinkommens verfügen besonders hoch. Das entspricht der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle mit ca. 1.000 Euro monatlich für einen Einpersonenhaushalt. In dieser Einkommensgruppe müssen laut der Studie 35.000 Haushalte und damit fast ein Viertel aller Haushalte mit entsprechenden Wohnungen versorgt werden. Die Studie hat für Mannheim eine Deckungslücke errechnet von rund 20.000 bezahlbaren Wohnungen im Einkommenssegment bis 80% des Bundesmedianeinkommens, in dem bereits 7,50 Euro je Quadratmeter eher unbezahlbar sind. Auffallend ist dabei die Lücke von Wohnungen zwischen 45 bis 60 qm. Hier gibt es lediglich ein Versorgungspotenzial von 13,5 Prozent.

In einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung vom September 2017 wurde bereits errechnet, dass 67% der Haushalte in Mannheim mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Bruttokaltmiete ausgeben müssen.

Hier finden Sie Informationen zur aktuellen Studie:
https://www.boeckler.de/14_113590.htm
Hier finden Sie Informationen zur Studie von 2017:
https://www.boeckler.de/14_110740.htm

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11. April 2018
Kategorien: Pressemitteilungen | Schlagwörter: |