Lebendige Gärten statt Schotterwüsten!

Schottergarten

GRÜNE unterstützen Pläne für Verbot von Schottergärten

In den letzten Jahren macht sich ein Gestaltungstrend breit, der bedenklich ist und vielfältige negative Auswirkungen auf sein Umfeld mit sich bringt: Die Schottergärten.

Diese Gärten bestehen meist aus einer weiten Schotterfläche, manchmal ergänzt durch einzelne Gehölze oder Steinskulpturen. Diese Steinwüsten sind nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten tot, sie bieten auch keinen Lebensraum für unsere Tiere. Sie sind auch klimatisch höchst bedenklich, weil sich die Steinflächen im Sommer stark aufheizen und in der Nacht diese Wärme wieder abgeben, gerade in Zeiten des Klimawandels eine fatale Entwicklung. Messungen haben ergeben, dass diese Gärten sich über 20°C stärker erwärmen als begrünte Gärten.

In Mannheim werden in neuen Baugebieten begrünte Vorgärten vorgeschrieben, bei Bestandsgärten ist die Handhabe schwierig. Von daher begrüßen wir den Vorstoß der Landesregierung im Rahmen der Novelle des Naturschutzgesetzes Schottergärten in Baden-Württemberg zu verbieten.

Denn Gärten können pflegeleicht gestaltet werden und einen besonderen Wert für die Natur darstellen, wenn sie naturnah angelegt werden. Eine Blumenwiese beispielsweise muss nur zweimal im Jahr gemäht werden und bietet viele Insekten Nahrung und Lebensraum, außerdem erfreut sie die Menschen mit ihrer Blütenfülle. Heimische Gehölze und Stauden ernähren die Vögel mit ihren Früchten und Samen. Die Pflanzen binden Feinstaub, sie nehmen CO2 auf und produzieren Sauerstoff. Sie tragen zur Kühlung bei, indem sie den Boden beschatten und Wasser verdunsten. Jeder Gartenbesitzer, jede Gartenbesitzerin kann mit der Gestaltung eines naturnahen Gartens einen Beitrag zur mehr Artenvielfalt in Mannheim beitragen, zum Erhalt unserer Insektenvielfalt, für mehr Natur in der Stadt. Die Belohnung für das Engagement stellt sich schnell ein. Wildbienen, Schmetterlinge und Co. bevölkern die Blüten, viele Vögel sind auf Nahrungssuche. Igel, Eidechsen und viele mehr werden mit strukturreichen Gärten angelockt, wenn weniger ‚aufgeräumt‘ und mehr Raum der Natur gegeben wird.

Naturnahe Gärten sind pflegeleicht und kostengünstig, sie laden zum Beobachten und Staunen ein – einfach in den Liegestuhl legen und dem Treiben zuschauen!

Gabriele Baier, Sprecherin für Natur- und Umweltschutz

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09. Juli 2020
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