Mannheim. Sozial. Ökologisch. Krisenfest. – Ein Zuhause für die queere Jugend schaffen!

Antrag zu den Etatberatungen 2022

Der Gemeinderat beschließt:

Den dauerhaften Betrieb eines Queeren Jugendtreffs in den Räumen des Queeren Zentrums Mannheim (QZM) unter der Trägerschaft des Psychologische Lesben- und Schwulenberatung (PLUS) e.V.. Der Queere Jugendtreff wird beim Betrieb und der Finanzierung den Stadtteiljugendtreffs gleichgestellt. Entsprechend erfolgt der Betrieb und die Finanzierung auf Basis der Vorlage V695/2019. Die entsprechenden Mittel werden in die HH 2022 ff eingestellt.

Begründung:

Im Juli dieses Jahres erklärte der Gemeinderat in seiner Sitzung die Stadt Mannheim als Freiheitsraum für queere Menschen (LGBTIQ Freedom Zone). Damit verpflichtet sich die Stadt Mannheim „zu öffentlichen Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz der Rechte von LGBTIQ-Personen“ (S.1 Beschlussvorlage V343/2021). Eine besonders schutzbedürftige Untergruppe sind dabei queere Jugendliche. Bereits seit 2013 und nicht zuletzt beim Christopher Street Day (CSD) 2017 wurde der Bedarf nach einem Treffpunkt, der den speziellen Bedürfnissen von LSBTTIQ+ Jugendlichen gerecht wird, gefordert. Dies bestätigte sich auch beim Jugendbeteiligungsprozess „jung & queer“ der Stadt Mannheim im Oktober 2019. Bei diesem war ein queeres Jugendzentrum eines der drei Hauptforderungen.

Der Bedarf nach einem festen Ort, an dem junge Menschen, vor Diskriminierung sicher, mit Gleichaltrigen ihren Interessen nachgehen, soziale Beziehungen pflegen, Rückhalt und Kraft zur selbstständigen Lebensmeisterung schöpfen und sich selbst verwirklichen können, ist immens und wurde mehrfach öffentlich kommuniziert. Durch die Covid-19-Pandemie hat sich dieser Bedarf noch verschärft. So sind laut der diesjährigen Befragung des Kölner Jugendzentrum Anywaymehr als die Hälfte der lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch die Corona-Krise und Social Distancing stark (23%) oder sehr stark (39%) belastet.

Die optimalen Voraussetzungen für einen queeren Jugendtreff sind bereits geschaffen. Es gibt die einstimmige Unterstützung durch den Stadtjugendring, eine deutlich Bedarfsklärung durch die Fachverwaltung, ein Raumangebot seitens des Queeren Zentrum Mannheims (QZM), das Angebot einer fachlichen Trägerschaft durch Psychologischen Lesben- und Schwulenberatung (PLUS e.V.) und das große Engagement der Jugendlichen sichtbar bspw. in der regelmäßigen Queer Weekend Lounge der JUGEND von PLUS. Nun fehlen noch die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen von städtischer Seite. Da das QZM die Räume nicht auf Dauer freihalten kann und die Corona-Pandemie die Situation der queeren Jugendlichen verschlimmerte, herrscht jetzt besonderer Handlungsbedarf.

Mit diesem Etatantrag für die Errichtung eines queeren Jugendtreffs nach städtischen Vorgaben schließen wir uns der Forderung der JUGEND von PLUS, PLUS e.V., dem Queeren Zentrum Mannheim e.V., dem Offenen Netzwerk LSBTTIQ Mannheim, dem Runden Tisch sexuelle und geschlechtliche Vielfalt der Stadt Mannheim, sowie des Stadtjugendrings Mannheim an.

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Ergebnis Etatberatungen am 14.12.2021:

Unser Antrag auf Errichtung eines queeren Jugendtreffs wurde angenommen.

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16. Dezember 2021
Kategorien: Anträge 2021 | Schlagwörter: , |