Ersthelfer-App für Mannheim einführen

Interfraktioneller Antrag von GRÜNEN, SPD, CDU, LiPARTie, FDP, MfM & ML

Antrag zur Sitzung des Gemeinderates am 05.10.2023

Der Gemeinderat beschließt:

  • Die Verwaltung führt zum 01.01.2024, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt, eine smartphonebasierte Ersthelfer-App in Mannheim ein.
  • Die Verwaltung erstellt umgehend, in Absprache mit der ILS Mannheim, eine entsprechende Beschlussvorlage zur unbefristeten Umsetzung eines solchen Systems und legt diese dem Gemeinderat vor.
  • Die Verwaltung stellt entsprechende Mittel zur Implementierung des Systems bereit und stellt die Folgefinanzierung sicher.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Innenministerium des Landes Baden-Württemberg in Verhandlungen zu treten, damit ein solches System landesweit als Vorschaltmaßnahme zum Regelrettungsdienst nach den Leitlinien des Deutschen und Europäischen Rats zur Wiederbelebung (GRC, ERC – German/European Resuscitation Council) sowie des Rettungsdienstplans des Landes zeitnah etabliert und finanziert wird.

Begründung:

Durch das Smartphone-basierte Ersthelfersystem können erwiesenermaßen in vielen Fällen bei plötzlichem Herzstillstand sowie weiteren lebensbedrohlichen Erkrankungen, Leben gerettet werden. Es gelingt im Durchschnitt, dass innerhalb von fünf Minuten registrierte und geschulte Ersthelferinnen erscheinen, mit der Reanimation oder Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen und so das Rennen gegen die Zeit noch (viel eher) gewinnen können. Mannheim ist aktuell ein weißer Fleck im Bereich der Ersthelfer-App, sprich diese werden nicht eingesetzt. Aktuell ist die App „Region der Lebensretter“ die am weitest verbreitende Ersthelfer-App in Baden-Württemberg und wird fast flächendeckend eingesetzt. Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und andere Regionen in Ba-Wü setzen diese App bereits ein bzw. die Einführung steht kurz bevor. Eine Implementierung in Mannheim würde laut Betreiber der App 50.000 Euro kosten mit Folgekosten in Höhe von 20.000 Euro jährlich. Hierbei würde der Verein die Registrierung und Pflege der Helfer übernehmen, so dass keine Personalstellen in der Verwaltung aufgebaut werden müssten.

„Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen. Über 50.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Herz-Kreislaufstillstand. Es kann jeden treffen: Junge und Alte, Sportler und Couch-Potatoes. Bis der Rettungsdienst eintrifft – in Großstädten 7-15 Minuten nach dem Notruf, auf dem Land oft auch später – sind die Überlebenschancen nur noch minimal. Bereits nach kurzer Zeit treten irreversible Schäden im Gehirn auf. Nur etwa 10 bis15 Prozent der Patientinnen überleben – trotz der Fortschritte in der Notfall- und Intensivmedizin.“ (aus: https://regionderlebensretter.de/).

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Ergebnis:

Der Antrag wurde im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung (ab 03:03:02) behandelt. Die Verwaltung befürwortet die Einführung einer Ersthelfer-App stark.

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04. Oktober 2023
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