Verkehrswende endlich einleiten!

GRÜNE fordern mehr Tatendrang für die Verkehrswende

Die neuen Zahlen der Verkehrsanteile, die durch die Verkehrserhebung „Mobilität in Städten“ nun auch für Mannheim in 2018 auf dem Tisch liegen, zeigen, dass Mannheim zwar auf dem richtigen Weg ist, aber die Anteile insbesondere des Radverkehrs hinter den gesteckten Zielen zurückbleiben. Die GRÜNEN fordern daher eine eindeutige Priorisierung zugunsten des Rad- und Fußverkehrs sowie einen flächendeckenden 10-Minuten-Takt im ÖPNV.

Laut dem 2009 beschlossenen 21-Punkte-Radverkehrsprogramm sollte der Radverkehrsanteil an allen Wegen bis 2014 auf 20% und bis 2020 auf 25% gesteigert werden. Der Zuwachs kann an dieser Stelle durch Verlagerungen vom motorisierten Individualverkehr MIV gewonnen werden. Diese Ziele waren schon bescheiden, aber selbst dahinter sind wir leider zurückgeblieben. 2018 waren diese Anteile wie folgt: 28% zu Fuß, 17% Fahrrad, 15% ÖPNV, 40% motorisierter Individualverkehr (MIV). Während der MIV seit 2013 sogar leicht gestiegen ist, ist der Umweltverbund geschrumpft.

Auch wenn mittlerweile ein Viertel der Mannheimer Haushalte über kein Auto mehr verfügen, gibt es dennoch Stadtteile in denen das Zweit- oder Drittauto die Regel ist. Es geht also insbesondere darum, die Stadtteile noch besser anzubinden, den Anteil des Radverkehrs weiter zu steigern und den Umstieg von E-Bikes für weitere Strecken zu fördern.

Die GRÜNEN forderten für die Verkehrswende – wiederholt und nachdrücklich – deutlich mehr Mut und entsprechende Maßnahmen, um zumindest die im „21 Punkte Programm für mehr Radverkehr“ bereits 2009 beschlossenen Ziele zu erreichen.

Stadtrat Gerhard Fontagnier, verkehrspolitische Sprecher der Fraktion verlangt: „Der sogenannte Modal Split, der die Anteile der verschiedenen Verkehrsanteile spiegelt, muss deutlich mehr in Richtung des Umweltverbundes bestehend aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr verändert werden. Angesichts der aktuellen Verkehrsprobleme beim Pendeln über den Rhein und des rasant ansteigenden Klimawandels, ist die Verkehrswende von entscheidender Bedeutung und nicht mit mutlosen Trippelschritten zu erreichen. Die GRÜNE Fraktion konnte zum Glück Mehrheiten im Gemeinderat gewinnen, um deutlich mehr finanzielle und personelle Ressourcen in den Radverkehr zu stecken. Die leider noch immer verbreitete Meinung, man müsse es allen Verkehrsteilnehmer*innen Recht machen, läuft fehl. Viele Jahrzehnte wurde die Stadt autogerecht gestaltet. Rad- und Fußverkehr blieben dabei auf der Strecke. Nur durch eine eindeutige Priorisierung kann ein Ausgleich geschaffen werden, zumal die zur Verfügung stehenden Verkehrsflächen begrenzt sind“.

Stadtrat Patrick Haermeyer, klima- und nahverkehrspolitischer Sprecher der Fraktion fordert: „Die bisherigen Maßnahmen zum Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den Umweltverbund reichen einfach nicht aus. Dass der ÖPNV-Anteil seit 2013 sogar gesunken ist, ist ein fatales Signal in Zeiten einer sich immer weiter verschärfenden Klimakrise. Nur wenn wir die Mobilitätswende schaffen, werden wir unsere Klimaziele erreichen können. Dafür braucht es endlich mehr Mut und deutlich mehr Anstrengungen. Wir fordern deshalb einen flächendeckenden Ausbau des ÖPNV-Netzes, sodass alle Ecken und Ende der Stadt gut mit Bus und Bahn erreichbar sind, und zwar im 10-Minuten-Takt.“

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Weitere Informationen zur Verkehrserhebung:

I-Vorlage „Verkehrserhebung „Mobilität in Städten“ SrV“: https://gruenlink.de/1pty

Mannheim SrV Steckbrief: https://gruenlink.de/1ptz

Fußgänger vor fahrender Straßenbahn

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09. März 2020
Kategorien: Allgemein, Pressemitteilungen | Schlagwörter: , , |