Platz für Kinder: Schulwege aus Kindersicht planen

Schulwege sicher gestalten

Antrag zur Sitzung des Gemeinderats am 16.03.2021

Der Gemeinderat beschließt:

Die Verwaltung wird beauftragt, bis zum Inkrafttreten des neuen Schulbezirkszuschnittes in der Schwetzingerstadt / Oststadt und Neckarau / Almenhof die neuen Schulwege aus Kindersicht zu planen. Dafür soll Kontakt zu einem entsprechenden Projektbüro aufgenommen werden, welches die Verwaltung dabei unterstützt, einen „schüler*innenzentrierten Schulwegplan“ zu erstellen. Dieses Vorhaben soll als Pilotprojekt finanziert werden und dabei die städtischen Planer*innen befähigen, zukünftig selbstständig auf diese Weise Schulwegpläne zu erstellen.

Begründung

Durch den geänderten Zuschnitt der beiden Schulbezirke Schwetzingerstadt und Oststadt müssen Kinder ab dem Schuljahr 2025/2026 auf ihrem täglichen Schulweg die Augustaanlage überqueren. Bei der Veränderung der Schulwege im Bereich Neckarau und Almenhof ab dem Schuljahr 2024/2025 ist zum einen die Querung Rheingoldstraße bzw. Friedrichstrasse zu betrachten, die Kinder müssen aber v.a. in Alt-Neckarau Strecken zurücklegen, die sehr eng sind, auf denen Sichtbeziehungen fehlen und auf denen die Gehwege oft zugeparkt sind.
Es steht zu befürchten, dass Eltern diese Wege ihren Kindern nicht zutrauen und sie u.U. sogar mit dem Auto zur Schule bringen werden. Schulwegpläne sind verpflichtend zu erstellen. Dabei wird allerdings meist von den bestehenden verkehrlichen Gegebenheiten aus geplant und die Bedürfnisse von Kindern und auch Eltern nicht mit einbezogen. Andere Kommunen haben sich bereits auf den Weg gemacht, Schulwegpläne gemeinsam mit Kindern, Eltern, Schulleitungen, Anwohnenden und der Polizei zu entwickeln.

Die Erfolge sind riesig, gemessen an den Zahlen der Kinder, die dann selbstständig zu Fuß zur Schule kommen, anstatt mit dem Elterntaxi. Auf diese Weise können nicht nur die Autoverkehre rund um Schulen zu den Hol- und Bringzeiten stark verringert werden, gleichzeitig werden Schulwege für Kinder sicherer und sie lernen früher, sich selbstständig in ihrem Lebensraum zu bewegen. Denn von der Rückbank eines Autos aus werden aus Kindern keine sicheren Fußgänger*innen und Radfahrer*innen.

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16. März 2021
Kategorien: Anträge 2021 | Schlagwörter: , , , |